Digital Detox & Kerzenabende
ZEIT statt ZEUG schenken

Inhaltsverzeichnis
In einer Welt, in der Bildschirme oft den Alltag bestimmen, wächst bei vielen Familien das Bedürfnis nach echten Momenten – offline, analog, gemeinsam. Dieser Beitrag „Digital Detox & Kerzenabende“ zeigt, wie ihr als Familie bewusst digitale Pausen einlegt, wie ihr stattdessen Zeit miteinander gestaltet – und warum ein einfacher Kerzenabend oft mehr verbindet als jeder Bildschirm.
Warum Digital Detox gerade jetzt wichtig ist
Ob Smartphone, Tablet oder Fernseher: In vielen Familien gehören Bildschirme zum Alltag. Sie bieten Unterhaltung, Ablenkung und manchmal auch Ruhe. Aber sie nehmen auch Zeit – und oft genau die, die wir eigentlich mit unseren Liebsten verbringen wollen.
Gerade der Februar, noch tief im Winter, ist ideal für einen digitalen Rückzug:
- Die Feiertage sind vorbei, der Frühling noch fern
- Das Tempo des Jahres ist noch nicht voll entfaltet
- Dunkle Abende laden zu Ruhe und Miteinander ein
Was bedeutet „Digital Detox“ überhaupt?
Digital Detox bedeutet: eine bewusste Pause von digitalen Medien. Das heißt nicht, alles abzuschalten – sondern gezielt Freiräume zu schaffen, in denen wir ohne digitale Ablenkung leben, kommunizieren und erleben.
Das Ziel:
- Mehr Präsenz im Hier und Jetzt
- Tieferer Austausch in der Familie
- Bessere Erholung für Kopf und Seele
- Gesunder Umgang mit Technik lernen – besonders für Kinder
5 einfache Schritte für euren Familien-Digital-Detox
1. „Bildschirmfreie Zeiten“ einführen
Legt bestimmte Zeiten am Tag fest, in denen alle Geräte ausbleiben – z. B.:
- Beim Frühstück
- Ab 18 Uhr
- Jeden Sonntag bis Mittag
2. Offline-Rituale etablieren
- Brettspielabend
- Vorlesestunde
- Basteln & Malen
- Gemeinsames Kochen
3. Gerätefreie Zonen schaffen
- Kein Handy am Esstisch
- Kein Fernseher im Kinderzimmer
- Ladegeräte über Nacht aus dem Schlafzimmer verbannen
4. Selbst Vorbild sein
Kinder spüren sofort, ob wir ehrlich sind. Deshalb: Auch du darfst mal das Handy weglegen – und sagen, warum. 💬 „Ich lege mein Handy weg, weil ich jetzt bei dir sein will.“
5. Feste Zeiten für Mediennutzung
Statt ständigen Zugriff zu erlauben: Zeiten einplanen. Das bringt Struktur – und verhindert Dauerberieselung.
Der Zauber der Kerzenabende
Ein besonderer Offline-Moment: der Kerzenabend. Einfach, ruhig, intim – und unvergesslich für Kinder.
So funktioniert’s:
- Eine oder mehrere Kerzen entzünden
- Licht aus, Bildschirme weg
- Musik an – oder Stille genießen
- Vielleicht ein Märchen vorlesen, gemeinsam Geschichten erfinden oder nur reden
Einmal die Woche einführen – vielleicht immer mittwochs? Das schafft einen ruhigen Anker im Alltag.
Zeit statt Zeug: Was wir wirklich brauchen
In unserer Kultur schenken wir viel zu oft Dinge – dabei erinnern sich Kinder (und Erwachsene!) oft am meisten an Erlebnisse.
Ideen für „Zeitgeschenke“:
- Einen Spielenachmittag
- Einen Ausflug mit Picknick
- „1 Stunde nur für dich“-Gutscheine
- Gemeinsames Kochen eines Wunschgerichts
- Ein „Wunsch-Zeit-Würfel“ mit 6 Ideen zum Ziehen
Das stärkt Bindung, Kreativität – und schenkt echte Lebensfreude.
Für eure Alltagsbox im Februar
In die Alltagsbox 2026 passt für diesen Monat:
- Eine handgemachte Karte mit dem Satz: „Ich schenke dir heute Zeit“
- Eine Kerze mit eurer Familienfarbe
- Ein leeres Heft für Offline-Erinnerungen („Was wir ohne Bildschirm erlebt haben“)
- Ein kleines Sandglas oder Wecker für medienfreie Zeiten
- Ein Familienvertrag für Bildschirmzeiten (zum Ausfüllen)
Wie Kinder durch Digital Detox profitieren
Kinder, die regelmäßig digitale Pausen erleben:
- Entwickeln mehr Fantasie
- Können sich besser konzentrieren
- Erleben weniger Reizüberflutung
- Haben stabilere Schlafrhythmen
- Entwickeln ein gesünderes Selbstbild
Und das Beste: Sie lernen, dass das echte Leben nicht durch Scrollen passiert – sondern durch Spüren, Tun und Teilen.
Impulse für Gespräche am Abend
- „Was war heute dein schönster Moment ohne Handy?“
- „Was würden wir tun, wenn der Strom 3 Tage weg wäre?“
- „Wie fühlt es sich an, wenn wir zusammen Zeit verbringen?“
- „Welche Spielidee fällt dir ein, die kein Strom braucht?“
Solche Fragen öffnen den Raum – für Kreativität, Nähe und echte Verbindung.
Erweiterung: So wird Nachhaltigkeit mit Kindern greifbar
Kinder denken konkret. Sie verstehen Worte oft weniger durch Erklärung – sondern durch Sinneseindrücke, Wiederholung und praktische Erlebnisse.
Kleine Rituale mit großer Wirkung:
- „Der Baum der guten Taten“
Bastelt gemeinsam einen kleinen „Baum“ aus Karton oder Holz. Jedes Mal, wenn ein Familienmitglied etwas Gutes für die Umwelt oder einen anderen Menschen tut, kommt ein Blatt dazu. So wächst nicht nur der Baum – sondern auch das Bewusstsein für achtsames Handeln. - „Wertschätz-Runde beim Abendbrot“
Jeder darf sagen, was er oder sie heute besonders wertgeschätzt hat. Z. B. das leckere Essen, die warme Jacke oder den Spaziergang im Regen. Diese einfache Übung schärft den Blick für das, was wir oft als selbstverständlich ansehen. - „Der Reparatur-Freitag“
Einmal im Monat ein kaputtes Spielzeug, Kleidungsstück oder Haushaltsgerät gemeinsam reparieren (oder den Versuch starten). Das zeigt Kindern, dass Dinge wertvoll sind – und nicht gleich ersetzt werden müssen.
Nachhaltigkeit als kreativer Prozess
Achtsames Leben heißt nicht Verzicht – sondern oft, die Dinge neu zu denken.
- Ein leerer Karton wird zur Spielhöhle
- Alte Socken werden zu Handpuppen
- Ein abgetragenes Shirt wird zum Putzlappen
- Ein Marmeladenglas wird zum Teelicht oder Vorratsbehälter
Das alles fördert Fantasie, Problemlösung und Selbstwirksamkeit – Schlüsselkompetenzen für ein zukunftsfähiges Leben.
Kindgerecht über die Welt sprechen
Auch schwierige Themen wie Klimakrise oder Armut lassen sich kindgerecht thematisieren – ohne Angst, aber mit Gefühl und Perspektive.
So geht’s:
- Rede in Geschichten: „Stell dir vor, die Erde ist ein Haus – und wir sind alle Mitbewohner.“
- Betone das Wir-Gefühl: „Wir können gemeinsam gut auf die Welt aufpassen.“
- Zeig Möglichkeiten, nicht nur Probleme: „Was können wir heute tun, damit es dem Planeten besser geht?“
Ein Satz, der viel bewirken kann:
„Du bist wichtig. Deine kleinen Entscheidungen machen einen großen Unterschied.“
Familien-Challenge: Nachhaltig durch die Woche
Eine einfache Möglichkeit, Nachhaltigkeit spielerisch zu integrieren:
Macht gemeinsam eine Wochenschallenge – und dokumentiert eure Erlebnisse.
Hier ein Beispiel:
| Tag | Aufgabe |
| Montag | Kein Strom zwischen 18–20 Uhr |
| Dienstag | Nichts wegwerfen – alles nutzen oder retten |
| Mittwoch | Nur zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sein |
| Donnerstag | Kein neues Wasser verschwenden |
| Freitag | Kein Bildschirm – Zeit nur für euch |
| Samstag | Etwas Altes reparieren oder umgestalten |
| Sonntag | Dankbarkeitsrunde + Naturausflug |
Am Ende könnt ihr gemeinsam überlegen:
Was war leicht? Was war schwer? Was möchten wir beibehalten?
Abschluss-Gedanke
Nachhaltigkeit ist kein Ziel, sondern ein Weg – voller kleiner Schritte, Stolpersteine und Aha-Momente. Und Kinder müssen diesen Weg nicht perfekt gehen. Sie müssen ihn gehen dürfen, mit Begleitung, Mut und dem Gefühl: „Ich kann etwas bewirken.“
Du als Erwachsener bist dabei nicht „die Lehrerin“ oder „der Erklärer“ – sondern ein Mensch, der gemeinsam mit dem Kind lernt und wächst.
💚 Ein Wunsch für euch
CeKaTa Wir wünschen dir und deiner Familie für den Februar Momente voller Stille, Nähe und echter Begegnung. Mögen eure Abende von Kerzenlicht, Lachen und ehrlichem Miteinander erfüllt sein. Mögt ihr entdecken, wie reich euer Leben auch dann ist, wenn die Bildschirme mal schwarz bleiben – und wie viel Nähe entsteht, wenn Zeit das schönste Geschenk ist.
Alles Liebe, Glück und Gute für 2026 – offline, echt und voller Herzenswärme.

